Kapellenfreunde  Michaeliburg  e.V.  
St. Michaelskapelle  
 


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Aus der Geschichte der St. Michaelskapelle: 
Am 15. Mai 1896 kauften die Saitlingshändlereheleute Michael und Magdalena Obermayer aus Taufkirchen (ehemals Perlach) das Flurstück Nr. 1630 in der Gemarkung Perlach. Es gehörte Frau Maria Ebner aus Berg am Laim und M. Obermayer zahlte dafür 1.650 Mark. Dazu erwarb er von den Eheleuten Heinrich und Maria Albrecht aus Perlach für 1.000 Mark das Flurstück Nr. 1629. Er errichtete auf dem Grundstück ein Wohnhaus mit Wirtschaft. Ein weiteres Flurstück (Perlach Flst. 1650 ½) wurde von ihm erworben. Um die Genehmigung für den „Wirtsbetrieb“ zu erhalten, soll er sich der Gemeinde Perlach gegenüber verpflichtet haben, eine Kapelle auf diesem Grund zu bauen. 

Diese wurde dann auch am 7. Oktober 1900 feierlich als "St. Michaels-Kapelle " eingeweiht. Die  Verpflichtung zum Unterhalt und zur Weihe der Kapelle ist in einer notariellen Urkunde vermerkt. 1906 erwarben die Perlacher Bürger Josef Speckl jun. und Martin Attenberger die Kapelle mit dem umgebenden Grundstück für 300 Mark. Die neuen Besitzer hielten sich nicht an die Verpflichtungserklärung („für uns und unsere Besitznachfolger ... die erwähnte Kapelle stets in gutem Stande zu erhalten und ausschließlich zum „römisch-katholischen Gottesdienste benützen" zu lassen“). Die Kapelle soll profaniert und als Lagerraum, sowie für landwirt-schaftliche Zwecke genutzt worden sein. Am 12. Januar 1922 kaufte der Architekt Michael Stumpf das Gelände mit der Kapelle und war bestrebt das kleine Gotteshaus wieder für sonntägliche Gottesdienste zur Verfügung zu stellen. Pa-ter des Salesianer Ordens lasen nun dort die Hl. Messen.
Der Erbengemeinschaft Stumpf gelang es, dass ab 1927 die Messen an Sonn- und Feiertagen abwechselnd von den Kaplänen der umliegenden Pfarreien ge-halten wurden. Da die Ansiedlung Michaeliburg nach dem Ersten Weltkrieg rasch wuchs war die Kapelle bald zu klein. Wenn dann bis zu 200 Gläubige der Messfeier beiwohnten, war man gezwungen den Gottesdienst unter freiem Himmel abzuhalten.
Als die Notkirche St. Augustinus im November 1931 am Hälblingweg eingeweiht wurde, hatten endlich alle Michaeliburger Platz in ihrer Kirche. Damit waren die Messfeiern in der Kapelle und die Aushilfstätigkeit der Kapläne zu Ende. 1945 war die Kapelle in einem erbarmungswürdigen Zustand und wurde in den Nachkriegswirren vollständig ausgeplündert. Die Kirchenbänke wurden wahrscheinlich im ersten harten Nachkriegswinter irgendwo verheizt. Die Kapelle hatte kein Dach mehr, Fenster und Türen fehlten, sogar der Altar war verschwunden. Es fehlte vor der Währungsreform 1948 an jeglichem Material und auch die Geld-entwertung machte es wohl der Familie Stumpf unmöglich, den baulichen Zu-stand des Gebäudes vor dem Verfall zu bewahren. So kam es im Jahre 1946 zwischen den Besitzern und dem katholischen Pfarramt St. Augustinus zu einem Abkommen, wonach die Kapelle kostenlos für religiöse und kirchliche Zwecke dem Pfarramt unterstellt wurde. Für den Unterhalt hatte die Pfarrgemeinde aufzukommen, was jedoch am Zustand der Kapelle nichts änderte. Es wurden ernsthafte Überlegungen angestellt sie abzureißen.
Frau Rosa Siebenkäs aus der Zehntfeldstraße konnte „den Schandfleck von Michaeliburg“ nicht mehr mit ansehen und regte die Wiedererrichtung der Kapelle an,
als Gedenkstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege. Sie fand bald Mitstreiter unter den Michaeliburger Bürgern. Unter ihnen vor allem Hans Retzsch (Malerarbeiten, Deckengemälde, Altarbilder, Gedenktafeln), Maurer Stephan Zintl, Schreiner Thunig sen. und Josef Wimmer, Kunstschlosser Schellenburg, Spengler Karl Pesl und die Elektriker Schmid und Gail. Das meiste Baumaterial wurde von der Firma Georg Seger geliefert. Am 12. Dezember 1947 weihte Weihbischof Johannes Neuhäusler den Altar und es erfolgte die Beisetzung von Reliquien der heiligen Märtyrer St. Martialis und St. Victoris. Der H.H. Vikar Lud-wig Braun wurde bevollmächtigt „die „Michaeliburgkirche“ zu benedizieren (weihen)“. Am 14.10.1951 wurde die Kapelle feierlich eingeweiht.
Auch in späteren Jahren ist es vielen Michaeliburgern zu danken, dass sie „ihre“ Kapelle immer wieder durch Arbeitsleistungen und Spenden in dem guten Zustand erhielten. Inzwischen ist die Kapelle eines der letzten alten, noch erhaltenen Gebäude in unserem Stadtteil.
Um das Geschaffene zu bewahren und eine finanzielle Basis zu erlangen, gründete man am 28. Juli 1950 eine Vereinigung von „Freunden der Gedächtniskapelle für die Gefallenen von Michaeliburg“. Erst Mitte 2002 wurde daraus ein eingetragener Verein. Der Verein „Kapellenfreunde Michaeliburg e.V.“ be-treut nun weiter die »St. Michaelskapelle«. Alle Interessierten können gerne Vereinsmitglieder werden, um diese Kapelle auch weiterhin zu erhalten und zu betreuen. Eigentümer der Kapelle waren immer Privatpersonen, bis mit der Entstehung der jetzigen Grünanlage das Grundstück und damit auch die Kapelle Eigentum der LH München wurden. Vor einigen Jahren wurde mit einer umfangreichen Satzungsänderung der Verein für die Zukunft neu aufgestellt. Die Mitgliederanzahl ist inzwischen erfreulicherweise auf den heutigen Stand von über 80 Mitgliedern angewachsen.
Am Volktrauertag wird jährlich eine Gedenkveranstaltung abgehalten und dabei legen die LH München und die örtlichen Organisationen ihre Kränze nieder. Weiters organisiert der Verein Andachten und Hl. Messen. Neben den monatlichen Öffnungen (fast immer am ersten Samstag im Monat von 15 bis 16 Uhr) finden unter dem Begriff …auf eine Dreiviertelstunde in der Kapelle…“ auch unterschiedliche Veranstaltungen statt (Ausstellungen, kleine Konzerte, Lesungen).  

Wenn möglich stellt die Fam. Gattinger  am Karfreitag und Karsamstag, in alter Münchner Tradition, seit einigen Jahren ihr „“Hl. Grab“ zur Andacht auf. 

Für den Erhalt der Kapelle wurden dankenswerterweise zwei größere Bau-maßnahmen durch die Landeshauptstadt München durchgeführt. Nachdem 2013 eine umfangreiche Außensanierung erfolgte, wurde 2015 auch noch eine größere Innensanierung ausgeführt. 

In diesem Jahr wurde auch der neue „Marienaltar“ gesegnet. Die Familie Kurz schenkte uns eine große geschnitzte Marienfigur. Um die Figur entsprechend aufzustellen, plante und baute Schreinermeister A. Roth, ein zweiflügeliges Altarretabel nach gotischem Vorbild. 

Auf den Türflügeln sind außen die vier Evangelisten auf Holztafeln von Kunstmaler J. Feistl gemalt. Die Innenseiten zeigen auf Holzrelieftafeln Szenen aus dem Leben Marias, geschnitzt von Bildhauer M. Heinzeller. Auf der linken und rechten Seite wachen der Hl. Georg und der Hl. Martin. Oben krönt eine Kreuzigungsgruppe den Altar. Die Figuren wurden von Holzbildhauermeister F. Härtle geschnitzt. 

Im Turm hing lange Zeit einsam eine kleine Glocke (jetzt „Friedensglocke“) unbekannter Herkunft. Es kam die Idee auf, unsere Kirche sollte ein kleines, feines Geläut bekommen. Nachdem eine ausreichende Spendensumme zusammenkam, konnten 2015 zwei neue Glocken bei der Fa. Graßmayr in Innsbruck bestellt werden. 

Am 1. Mai 2016 wurden die „Hl. Michaelsglocke“ und die „St. Annaglocke“ geweiht und seit dem 12. Mai 2016 erklingt das neue Geläut.

 Alle Glocken werden von Hand geläutet. 

Die neuesten Errungenschaften in unserer Kapelle sind zwei Heiligenfiguren. 

An der Stirnwand sind nun links von der Apsis der Namenspatron unserer Kapelle der Hl. Michael und rechts der Hl. Florian aufgestellt. Umrahmt sind die beiden, vom Bildhauermeister Härtle geschnitzten Figuren, jeweils von einem alten Rahmen der früheren Apsis-Fenster.  Wie wir inzwischen wissen, befanden sich an fast der gleichen Stelle bereits früher zwei uns unbekannte Heiligenfiguren. 




Ziel unseres Vereins wird es weiterhin sein, diesen ersten sakralen Bau in Michaeliburg zu erhalten, uns darum zu kümmern und weiter als festen Bestandteil in unserem Stadtteil zu verankern. Inzwischen ist die Kapelle dem Gedächtnis der Michaeliburger Opfer beider Weltkriege und allen Gewaltopfern gewidmet.


In der Mitgliederversammlung am 24.03.2025 wurde die Vorstandschaft neu gewählt: Vorstand: Andreas Roth - (Vorsitzender d. Vorstandes), Winfried Meyer - (1. Stellvertr. Vorsitzender), Michael Holzmann - (2. Stellvertr. Vorsitzender), In-geborg Gutermuth - (Kassierin), Robert Prey - (Schriftführer)  Beiräte: Christina Bock, Christine Grünwald, Sebastian Neuner, Inge Rauschmeier – Kassenprüfer: Peter Grünwald, Angela Meyer.



                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             © Kapellenfreunde Michaeliburg e.V. – FG – 03/2026